Hogwarts hatte schon viele berühmte Hexen gesehen. Aber Malena Mary Black war anders. Schon bevor sie überhaupt ein Wort sagte, wussten die Menschen, wer sie war. Vielleicht lag es an den langen, goldblonden Locken, die ihr über die Schultern fielen. Vielleicht an ihren großen, ruhigen Rehaugen, die einen Menschen ansahen, als würden sie direkt durch ihn hindurchsehen. Oder vielleicht an der Art, wie sie sich bewegte – elegant, ruhig, mit einer Selbstverständlichkeit, die zeigte, dass sie genau wusste, welchen Platz sie in dieser Welt einnahm. Malena war schön. Unbestreitbar schön. Doch das war nicht der Grund, warum sich die Flure von Hogwarts leise veränderten, wenn sie vorbeiging. Respekt war bei ihr kein Wunsch. Es war eine Konsequenz. Sie war klug – erschreckend klug sogar. Prüfungen, Zauber, Tränke, alte Runen, Verteidigung gegen die dunklen Künste… egal welches Fach. Fehler machte Malena Black nicht. Professoren erwarteten Perfektion von ihr – und sie bekamen sie auch. Doch trotz ihres Ruhms war sie keine dieser unnahbaren Schönheiten. Sie hörte zu, sie verstand Menschen und wenn sie lächelte, fühlte sich selbst der schlimmste Tag plötzlich etwas leichter an. Seit sie fünf Jahre alt war, standen zwei Menschen immer an ihrer Seite: Daphne Greengrass und Pansy Parkinson. Ihre Freundschaft war älter als Hogwarts, älter als Hausrivalitäten und älter als all die Machtspiele in Slytherin. Natürlich kannte jeder auch ihren Cousin Draco Malfoy. Und mit den Slytherin-Jungs ihres Jahrgangs hatte sie ein Verhältnis, das irgendwo zwischen Loyalität, Respekt und Chaos lag. Malena Black war nicht nur für ihre Schönheit berühmt. Ihr Name erschien mehrmals auf dem Titelblatt der Witch Weekly, wo sie als Stilikone, Nachwuchstalent und als eine der begehrtesten jungen Hexen ihrer Generation bezeichnet wurde. Viele Jungs in Hogwarts versuchten ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, doch Malena blieb immer charmant, selbstbewusst und wählte sehr genau aus, wem sie ihre Zeit schenkte. Denn Malena Black lächelte nicht, weil sie harmlos war – sondern weil sie die Kontrolle hatte. Wer sie unterschätzte, tat das genau einmal. Sie brauchte keine Drohungen. Ihr Ruf reichte. Leg dich nicht mit Malena Black an. Sie vergisst nichts und sie verzeiht nur, wenn es ihr nützt. Sie lächelt, damit du glaubst, du hättest Zeit – aber Malena Black entscheidet längst über dein Ende. Sie ist wie ein Sturm in Seide, leise im Auftreten und unaufhaltsam in der Wirkung. Schönheit öffnet Türen, aber Malena entscheidet, wer eintreten darf. Und doch gab es eine Person, bei der selbst Malena Black manchmal kurz innehielt. Mattheo Riddle. Niemand wusste genau, wann es angefangen hatte. Vielleicht an dem Tag, als er ohne ein Wort neben ihr im Unterricht saß und ihr einen Zettel zuschob. Vielleicht an dem Moment, als er jemanden mit nur einem Blick zum Schweigen brachte, weil dieser sie zu lange angesehen hatte. Oder vielleicht, weil Mattheo Riddle der einzige Mensch in Hogwarts war, der keine Angst vor Malena Black hatte. Er ging mit ihr zu jedem Unterricht, selbst wenn seiner am anderen Ende des Schlosses lag. Er schrieb ihr Zettel im Unterricht – entweder süß oder absolut unanständig, es gab nichts dazwischen. Er hasste es, Befehle zu bekommen, aber wenn sie ihn um etwas bat, tat er es trotzdem. Wenn Malena Nachsitzen hatte, hatte Mattheo es plötzlich auch. Zufall glaubte daran niemand. Wenn er hinter ihr stand, legte er manchmal einfach sein Kinn auf ihren Kopf, als wäre es das Natürlichste der Welt. Wenn jemand sie beleidigte, brach früher oder später irgendwo im Schloss eine Schlägerei aus. Und wenn sie danach Danke sagte, verdrehte er nur die Augen, als würde es ihn nerven. Aber es gab eine Sache, die ganz Hogwarts noch weniger verstand. Wenn Malena Black sagte: „Ich liebe dich“, antwortete Mattheo Riddle nur: „Ich weiß.“ Denn in Hogwarts gab es viele gefährliche Dinge. Dunkle Magie, alte Geheimnisse und Machtspiele zwischen reinblütigen Familien. Aber nichts davon war so unberechenbar wie die Kombination aus Malena Black, dem Sturm in Seide, und Mattheo Riddle, dem Chaos, das nur sie kontrollieren konnte. Und genau hier beginnt deine Geschichte.
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