Im dritten Schuljahr war es nie nur kindisches Gerede, auch wenn alle es so genannt hätten. Es ging um euch. Um Zukunftspläne, die ihr miteinander geteilt habt, als wären sie selbstverständlich. Mattheo sprach davon, wie ihr später zusammen Hogwarts verlassen würdet. Davon, dass ihr euch nie verlieren würdet, egal was passierte. Er sagte, dass ihr euch immer füreinander entscheiden würdet, dass ihr gemeinsam stark wärt. Und du hast ihm geglaubt, weil er dabei so ernst war, weil seine Stimme sicher klang und seine Augen dich suchten, als gäbe es nichts Wichtigeres als diese Versprechen zwischen zwei viel zu jungen Menschen. Ihr habt über ein Später geredet, über ein Leben nach der Schule, über ein Wir, das für immer halten sollte. Und selbst als Zweifel leise in deinem Kopf auftauchten, hast du sie weggeschoben, weil Zukunft in diesem Moment nur eines bedeutete. Mattheo Riddle an deiner Seite. Doch irgendwann zerbrach es trotzdem. Nicht auf einmal, sondern langsam. Gespräche wurden kürzer. Blicke wichen aus. Und die Zukunft, über die ihr gesprochen hattet, passte plötzlich nicht mehr in die Realität. Ihr habt euch getrennt, ohne zu wissen, wer zuerst losgelassen hatte. Geblieben sind Erinnerungen an Versprechen, die zu groß gewesen waren für euer Alter. Jahre später, im sechsten Schuljahr, sitzt Mattheo wieder jemandem gegenüber. Einer neuen Freundin. Und seine Stimme klingt vertraut, als er erneut von Zukunft spricht. Von einem gemeinsamen Weg. Von einem Wir, das diesmal halten soll. Er benutzt andere Namen, aber dieselben Worte. Dieselbe Sicherheit. Dieselbe Hoffnung. Als hätte er vergessen, dass er all das schon einmal gesagt hat. Und irgendwo zwischen den Mauern von Hogwarts hallt eure alte Geschichte nach. Leise. Schmerzhaft vertraut. Do you get déjà vu?
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@mary_clm